13. Tag: Mit dem Wohnmobil bis Cathedral Gorge

Zu Besuch in einem der letzten Geheimtipps im Südwesten?

Nach drei mehr oder weniger erholsamen Tagen in Las Vegas beginnt für mich heute der „richtige“ Urlaub. Nicht, dass mich Städte und Highway 1 nicht gefallen hätten, aber am schönsten ist der Südwesten für mich doch, wenn ich durch die Wüste wandere.

Das Wohnmobil für die kommenden zweieinhalb Wochen habe ich bei El Monte RV gebucht, mit gar nicht mal so teurem Early Pick-Up als Extra, der es mir erlauben soll, spätestens um 11 Uhr auf der Straße zu sein, wie es in den Vertragsbedingungen heißt.

Ohne Early Pick-Up fände die Übernahme frühestens um 13 Uhr statt, sodass man unter normalen Umständen nicht vor 15 Uhr unterwegs wäre und eine weitere Nacht in Las Vegas verbringen müsste.

El Monte Station in Las Vegas.

Das Zeitfenster für den Early Pick-Up ist allerdings recht weit gefasst; zwischen 06:45 und 08:00 Uhr könnte ich abgeholt werden, telefonisch wird das Ganze auf 07:15 bis 08:00 Uhr eingeschränkt.

Also stehe ich, mit einem letzten Kaffee in der Hand, um 07:10 Uhr – wie es sich für Deutsche gehört – in der Taxi- und Ridesharing-Area das New York-New York und warten… und warten… und… hey, da kommt er ja schon!

Bereits um 07:25 Uhr sitze ich in dem kleinen Shuttle, warten fünf Minuten auf eine Gruppe weiterer Gäste, die allerdings nicht auftaucht, und holen dann nur noch eine weitere Familie am Mirage ab, bevor es zur ein wenig außerhalb gelegenen El-Monte-Station geht.

Übrigens, wie sehr sich Uber und Lyft in den USA längst durchgesetzt haben, ließ sich beim Warten auf das Shuttle bestens erkennen: In der Zeit, in der sich ein Taxi über einen Passagier freuen durfte, fuhren sage und schreibe sieben Ridesharing-Anbieter vor.

Bei den niedrigen Preisen auch kein Wunder. Jetzt müssen sich Uber und Lyft trotz Milliardenverlusten nur noch solange halten, bis sie ihre Vision von der autonomen Flotte verwirklichen können…

Unser Wohnmobil von innen

Übernahme des Wohnmobils

Aber zurück zur Gegenwart! Bei El Monte schaue ich mir zusammen mit meinen Beifahrern, einer Gruppe aus Großbritannien, das obligatorische Instruction Video an, das in knapp 15 Minuten alle wichtigen Funktionen des Wohnmobils erklärt. Jepp, ist alles noch wie beim letzten Mal!

Um halb neun erledige ich das Formelle und steige dann bereits in mein RV, das gleich neben dem Eingang bereitsteht. Nicht das neueste Exemplar – 35.000 Meilen hat es schon auf dem Buckel -, aber auf den ersten Blick alles in allem ganz ordentlich, obwohl es der Vormieter mit der Reinigung am Ende nicht allzu genau genommen hat.

Ich verschwende keine Zeit, laden Koffer, Tasche, Rucksäcke sowie Kitchen Kit ein und dann geht es los! „Spätestens um 11 Uhr“ war mehr als großzügig geschätzt, tatsächlich bin ich bereits um 09:15 Uhr auf der Straße.

Fleischtheke in einem Walmart Supercenter.

Zwei Stopps sind eingeplant, drei werden es tatsächlich: Einer bei Whole Foods, um Frühstück, Gemüse und Snacks zu besorgen, einer bei Walmart, um Utensilien wie Toilettenpapier und WC-Chemikalien sowie etwas Essen und Tiefkühlkram günstig einzukaufen…

… und einer bei Albertsons, weil der bei Google Maps als Walmart Supercenter angepriesene Walmart kein Supercenter ist, also weder Obst noch Gemüse noch Fleisch noch eine nennenswerte Auswahl an Tiefkühlprodukten führt.

Mit dem Wohnmobil zu Cathedral Gorge.

Zum Cathedral Gorge State Park

So ist es dann doch 11:15 Uhr, bis ich mich endlich auf den Weg zu meinem heutigen Ziel machen, knapp zwei Stunden habe ich mit der Fahrt durch Las Vegas und mit Einkaufen „vertrödelt“. (Wobei das Einkaufen vor allem bei Whole Foods, Albertsons und Safeway / Vons natürlich auch immer eine Menge Spaß macht.)

Ausblick vom Campingplatz auf den State Park.

In Hinblick auf mein heutiges Ziel habe ich lange hin und her überlegt. Morgen geht es weiter nach Zion, das stand schon lange fest, aber ob ich nun im Valley of Fire, bei St. George oder im Cathedral Gorge State Park übernachten würden, da war ich unentschlossen.

Letzten Endes habe ich mich für Cathedral Gorge entschieden, weil mir dort die Chance auf einen Stellplatz (First Come, First Serve) am besten erschien und der State Park einer der letzten kleinen Geheimtipps im Südwesten ist.

Auf dem Cathedral Gorge Campground.

Und tatsächlich, als ich den Park nach einer sich doch recht lang anfühlenden Fahrt erreiche, ist kaum was los: Von den 22 Stellplätzen (immerhin mit Stromanschluss, allerdings ohne Wasser und Dump Station) sind maximal 10 belegt, Mietwagenurlauber weit und breit nicht zu sehen.

Felsen in Cathedral Gorge State Park

Ich schnappe mir den schönen, wenn auch sehr sonnigen Platz 11 für 30$ (inklusive Strom und Park Fee) und packen erstmal meine Koffer, Taschen und Kits aus. Knapp eine Stunde dauert es schon, bis wirklich alles verstaut ist.

Ablagefläche gibt es zwar zur Genüge, doch mit Vertiefungen und anderen Hilfestellungen zur Sicherung von Gegenständen hat man es in Wohnmobilen noch nicht so; im Kühlschrank fliegt wirklich während jeder Fahrt alles Mögliche rum, so voll man ihn auch packen mag.

View Area in Cathedral Gorge.

Bei Temperaturen von deutlich über 30° C unternehme ich danach nur einen kurzen Spaziergang zur ersten Viewing Area und verbringe dann den restlichen Abend mit Erholung und Grillen. Schon schön, nach all den Städten in den letzten anderthalb Wochen mal wieder mitten in der Natur zu stehen.

Cathedral Gorge bei Nacht.

Morgen früh werde ich dann den Juniper Loop durch den Park abwandern, bevor es weiter nach Zion geht…

Gefahrene Strecke: ca. 325 km
Gelaufene Strecke: ca. 8.600 Schritte, 6,5 km
Campingplatz: Cathedral Gorge Campground

Und jetzt?
Entweder zurück zum Reisebericht im Überblick oder gleich weiterlesen mit Tag 14!

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