14. Tag: Von Cathedral Gorge bis Zion National Park

Und: Wir kriegen die Motten...

Camping mag nicht jedermanns Geschmack sein, doch es gibt kaum etwas Schöneres als mitten in der Natur aufzuwachen – und noch dazu ist es praktisch, vor allem für Urlauber, die, wie wir, gerne wandern: Vom Campingplatz bis zum Trail sind es häufig nur Minuten.

So auch am heutigen Morgen im Cathedral Gorge State Park. Nach einer sehr ruhigen Nacht auf dem höchstens halb vollen Campground stehen wir gegen 6 Uhr auf, gönnen uns ein kleines Frühstück auf der Picknickbank vor dem Wohnmobil und machen uns dann umgehend auf die erste Wanderung.

Der Juniper Loop.

Der gut 4 Meilen (also knapp 7 km) Juniper Loop startet im Grunde direkt vor unserer „Haustür“ und das ist sowohl in Hinblick auf die Lichtverhältnisse als auch auf die Temperaturen wirklich traumhaft.

Wanderweg im State Park.

Auf dem ganz angenehmen Rundgang lernt man den kompletten State Park bestens kennen, der mit zahlreichen ungewöhnlichen Felsformationen und spannenden Ausblicken begeistert.

Viewpoint in Cathedral Gorge.

Gut möglich, dass es sich bei Cathedral Gorge – State-Park-Status hin oder her – um einen der letzten kleinen Geheimtipps hier im Südwesten der USA handelt, denn das Besucheraufkommen ist wirklich gering, obwohl der Umweg auf dem Weg nach Zion und Bryce Canyon nicht allzu lang ist. Höchstens die fehlenden Städte in der Umgebung könnten Mietwagenreisende vor kleine Probleme stellen.

Die Felslandschaft in Cathedral Gorge.

Dennoch: Wer mal etwas „Neues“ sehen möchte, das sich vor dem Cedar Breaks National Monument oder auch dem Valley of Fire nicht zu verstecken braucht, der sollte den Abstecher zu Cathedral Gorge unbedingt in Erwägung ziehen!

Sonnenaufgang im State Park.

Eine kleine Plage…

Am späten Vormittag fahren wir dann weiter in Richtung Zion National Park. Kurz nach dem Start fallen uns zwei, drei Motten auf, die innen vor der Windschutzscheibe des Wohnmobils umherfliegen. Wir lassen sie an die frische Luft, blicken uns suchend um – waren das alle? – und bemerken drei, vier weitere, die am hinteren Fenster herumschwirren.

Und dann entdecken wir noch eine. Und noch eine. Und noch eine.

Es klänge sicher übertrieben, wenn wir behaupteten, wir hätten im Laufe des Tages weit über fünfzig von den Viechern eingefangen und nach draußen getragen beziehungsweise gescheucht. Also sagen wir die Wahrheit: Es waren mehr als hundert. Und zwar deutlich.

Motten im Wohnmobil von El Monte.

Die Motten beschäftigen uns bis spät in den Abend und immer wenn wir denken, wir hätten die letzte jetzt endlich erwischt, taucht eine neue auf. Oder gleich ein ganzer Schwarm.

Wie sie reingekommen sind, können wir nur mutmaßen. Am wahrscheinlichsten erscheint uns ein undichtes Dachfenster, doch warum so viele und wie und wo die Plagegeister sich so lange alle verkrochen haben? Hoffentlich nicht die biblische Strafe für unsere Völlerei in Las Vegas, immerhin sind wir jetzt ja unterwegs nach Utah…

Auf dem Watchman Campground in Zion.

Ankunft in Zion

Zumindest hatten wir so noch etwas zu schreiben, denn ansonsten passiert am heutigen Tag nicht allzu viel. Wir erreichen den Zion National Park am frühen Nachmittag und platzieren unser Wohnmobil auf dem Watchman Campground, wo wir einen schönen Stellplatz am Fluss ergattern konnten. Wie mittlerweile so häufig, gibt es hier einen Stromanschluss, Wasser und Dump hingegen nur an einer Station nahe der Einfahrt.

Der Watchman Trail in Zion.

Anschließend versuchen wir uns am Watchman Trail, doch bei über 35° C und ohne nennenswerten Schatten machen wir auf dem Weg hinauf schlapp. Also erholen wir uns auf dem Campingplatz und stärken uns am Grill für die morgige Wanderung – keine Geringere als Angels Landing.

Gefahrene Strecke: ca. 225 km
Gelaufene Strecke: ca. 18.000 Schritte, 13,5 km
Campingplatz: Watchman Campground, Zion National Park

Und jetzt?
Entweder zurück zum Reisebericht im Überblick oder gleich weiterlesen mit Tag 15!

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