28.-32. Tag: Abschluss in Las Vegas

Die Reise ist vorbei - und damit enden auch meine Reiseberichte...

Die letzte Etappe meiner Reise steht an: Vom South Rim des Grand Canyons geht es erneut nach Las Vegas – lediglich einen kurzen Halt am Hoover Dam lege ich als Fotostopp unterwegs noch ein.

Das Security Theater hat sich in den USA in den letzten Jahren, Flughäfen ausgenommen, weitgehend entspannt, hier am Staudamm will man es dann allerdings doch noch einmal spannend machen und zwingt sämtliche Fahrzeuge zum Stopp.

Arizona Time am Hoover Dam.

Busse und Wohnmobile müssen sogar diverse Türen öffnen (Gepäckfach, Generator) und einen (ge-)wichtigen Security-Menschen an Bord lassen. Nach knapp zwei Minuten erhalte ich den gütigen Daumen nach oben und darf über den Damm zu einem der zahlreichen Parkplätze fahren.

Hoover Staudamm: Begehbar für Fußgänger.

Ein kurzer Rundgang über den Staudamm, zwei Fotos schießen und weiter geht’s, will heute doch auch noch das Wohnmobil abgegeben werden!

Rückgabe des Wohnmobils

Unterwegs tanke ich ein letztes Mal auf – die vorab bezahlten 150$ reichen erstaunlicherweise nicht ganz, um das Fahrzeug voll zu bekommen -, erledige ein paar letzte Einkäufe bei Walmart bzw. Whole Foods und steuere gegen Mittag die El-Monte-Station in Las Vegas an.

Der Zeitpunkt ist günstig gewählt, denn die Early-Pick-Ups sind um 12 Uhr längst erledigt, die meisten Drop-Offs ebenfalls und die regulären Übernahmen starten erst gegen 13 Uhr wieder.

El Monte Station in Las Vegas.

So findet eine Angestellte dann auch recht schnell Zeit für mich, lediglich um das Ausräumen des Wohnmobils muss ich mich noch selbst kümmern und Decken, Geschirr und Putzkram in diverse Container schmeißen.

Probleme bei der Übergabe gibt es trotz der ein oder anderen „Schwachstelle“, die ich unterwegs entdeckt habe, nicht, und so kann ich mich bereits ein halbe Stunde später auf den Weg zum Strip machen, wo ich zum Abschluss noch vier Nächte im Bellagio verbringen werde.

TaxI: Gegen Uber und Lyft keine Chance mehr.

Uber und Lyft

Für die Fahrt von El Monte zu Bellagio probiere ich zum ersten Mal Lyft (zu einem späteren Zeitpunkt auch Uber) aus – und endlich verstehe ich, warum die Amerikaner von den Ridesharing-Anbietern so begeistert sind: Im Vergleich zu Taxis ist das nicht weniger als ein Quantensprung.

Die einfach zu bedienende App erkennt automatisch den eigenen Standort, man muss also nur das Fahrziel eingeben und umgehend erhält man einen auf den Cent genauen Preis, die voraussichtliche Ankunftszeit sowie einen Überblick der verfügbaren Fahrzeuge in der Umgebung.

Bei meinen Versuchen betrug die Wartezeit keine zwei Minuten, in der App sieht man jederzeit, wo sich das Auto gerade befindet (sowohl bei der Anfahrt als auch während der Fahrt) und die kalkulierte Ankunftszeit stimmte wie bei Google Maps fast exakt mit der tatsächlichen überein.

Ebenfalls angenehm: Die App gibt einem ein paar Infos zum Fahrer inklusive Bewertung; im Vergleich zu herkömmlichen Taxis gibt es für die Fahrer also eine Motivation, einigermaßen freundlich zu sein und keine Umwege zu fahren. In Verbindung mit der klar kommunizierten, nachvollziehbaren Wartezeit sowie der einfachen, transparenten Bezahlung eine absolute Killer-App!

Mein Zimmer im Bellagio.

Vier Nächte im Bellagio

Nachdem ich mich während meines ersten Stopps in Las Vegas vor allem auf den Süden des Strips konzentriert haben, widme ich mich nun in erster Linie dem Norden: Neben dem Bellagio zählen The Venetian, Caesars Palace und Wynn dort zu den schönsten Hotels, ich schaffe es aber sogar bis zum Circus Circus, das doch sehr gealtert ist und noch genauso aussieht wie in den 90ern.

Das Circus Circus bei Nacht.

Vielleicht tut sich dort etwas, sobald das Resort World Las Vegas Ende nächsten Jahres nebenan öffnet und somit zumindest knapp die Hälfte der riesigen Baulücke in Richtung Fashion Show Mall geschlossen wird.

Ach ja: Vor zweieinhalb Wochen hatte ich kurz erwähnt, dass das Resort World bereits vor seiner Eröffnung verklagt wurde, da die Fassade zu sehr dem Wynn und Encore direkt gegenüber ähneln sollte. Jetzt liefere ich die Bilder nach!

Das markante und bis dato einzigartige Original:

Wynn und Encore.

Und der (bereits angepasste) Neubau auf der anderen Straßenseite:

Resort World Las Vegas: Neues Hotel im Herbst 2020.

„Gewisse Ähnlichkeiten“ sind nicht abzustreiten. Ansonsten laben ich mich zwei Mal am Büffet im Wynn (fantastisch), einmal am Bacchanal Buffet im Caesars Palace (gut) und erhole mich im Bellagio von der anstrengenden Arbeit der letzten Wochen.

Büffet im Wynn.

Angenehm hier: Während im doch eher günstigen Flamingo auf dem Weg zum Pool jeder kontrolliert und durchsucht wurde, man nicht einmal Wasser in Plastikflaschen mitbringen durfte, gibt es im Bellagio keinerlei Kontrollen. Lediglich mit dem Room Key muss ich am letzten Tag einmal kurz winken, aber das hätte aus der Entfernung auch ein Dollarschein oder ein Tempo sein können.

Pools im Bellagio Las Vegas.

Im Vergleich zu Wynn und The Venetian ist zwar auch das Bellagio hie und da schon ein wenig in die Jahre gekommen, doch insgesamt lässt es sich – nicht nur in der tollen Pool-Landschaft – bestens aushalten.

Um Längen besser als das New York-New York zuvor, auch wenn das Bellagio es sich offenbar zur Aufgabe gemacht hat, die einzigen unfreundlichen Service-Kräfte des Südwesten einzustellen. Und zwar ausnahmslos.

Conservatory im Juni 2019.

Ein kleines Reisefazit

Eine Beschreibung des Rückflugs spare ich mir dieses Mal – bei United und Lufthansa weiß man ja eh, was einen erwartet – und wende mich stattdessen gleich dem Fazit zu: Was hat mir gefallen, was weniger? Fangen wir mit Letzterem an!

Wie den Reiseberichten der letzten Tage zu entnehmen war, hat mir das hohe Besucheraufkommen in den National Parks dieses Mal viel Kopfzerbrechen bereitet. In der Vergangenheit verlief es sich zumindest auf längeren Trails einigermaßen, doch was ich dieses Mal in Zion, am Grand Canyon, in Yellowstone, in den Canyonlands und in Arches erlebt habe, spottet jeder Beschreibung.

Yosemite Besuchermassen

Zahlen belegen, dass ich mir das Ganze nicht einbilden, und wenn der Trend der letzten ca. fünf Jahre anhält… kaum auszumalen, wie es in Zukunft weitergehen soll.

Dennoch hat mir die Rundfahrt mit dem Wohnmobil trotz nur weniger Wanderungen weitgehend Spaß gemacht, auch wenn ich bei einer etwaigen nächsten Reise wohl wieder zum PKW greifen würde – insbesondere bei der Parkplatzsuche ist das RV inzwischen einfach ein zu großes Hindernis.

Ausblick auf Downtown San Francisco

Am meisten Vergnügen haben mir daher dann auch die ersten anderthalb Wochen bereitet: San Francisco kann selbst bei schlechtem Wetter begeistern, der Highway 1 ist trotz vieler eingestürzter Trails beeindruckend und San Diego selbst mit June Gloom sehenswert. Und selbst Las Vegas, so anstrengend die Stadt in vielerlei Hinsicht auch ist, hat mir wieder gut gefallen.

Alles in allem war es also eine weitere schöne Reise mit vielen spannenden Sehenswürdigkeiten, tollen Ausblicken und teilweise sehr gutem Essen. Vielen Dank fürs Lesen und „Mitfahren“!

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