Bodie: Geisterstadt in Kalifornien

Große und authentische Ghost Town mit vielen tollen Fotomotiven

Während das häufig auf dem Weg nach Las Vegas besuchte Calico im Grunde nur ein recht liebloser Touristennepp mit unzähligen Souvenir-Shops ist, gibt es ein paar hundert Kilometer weiter nördlich eine sehr authentische und nicht nur deshalb äußerst sehenswerte Geisterstadt zu bestaunen: Bodie.

Wie so viele Wüstenstädte im Südwesten der USA findet auch Bodie ihren Ursprung im Goldrausch wieder: Im Jahre 1859 entstand hier einst ein erstes Minen-Camp, das in Folge von Goldfunden nach und nach anwuchs, bis dann im Jahre 1876 die Stadt letztlich gegründet wurde.

Offizielle Zahlen beziffern die Einwohner im Jahre 1880 auf etwa 2700, aber tatsächlich haben zwischenzeitlich wohl über 5000 Menschen hier gelebt und naturgemäß vorrangig in den Minen geschuftet. Der vorübergehende Wachstum brachte zahlreiche Einrichtungen wie Hotels, eine Bank, mehrere Tageszeitungen und über sechzig (!) Saloons mit sich…

Bodie Ghost Town

Lage & Anfahrt

Die Ghost Town befindet sich östlich der Sierra Nevada, etwa auf Höhe von San Francisco. Die nächsten größeren Dörfer sind Bridgeport und Lee Vining – in Letzterem findet man auch den sehenswerten Mono Lake sowie die Tioga Road, die durch den Yosemite National Park führt.

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Im Rahmen einer Rundreise durch den Südwesten wird die Geisterstadt daher im Grunde immer als Zwischenstopp auf dem Weg von San Francisco und Yosemite über das Death Valley nach Las Vegas angesteuert.

Bodie selbst erreicht man zunächst über Highway 395, bevor es über die kleine Bodie Road gen Osten geht. Die Straße befindet sich in einem guten Zustand, auch wenn es sich bei den letzten ein, zwei Kilometern um eine Gravel Road handelt, die nur mit geringem Tempo zu befahren ist. Die Anfahrtszeit vom knapp 50 km entfernten Lee Vining aus beträgt 45 bis 60 Minuten.

Bodie Ghost Town

Sehenswürdigkeiten

Wie üblich für den Südwesten war der anfangs angesprochene Goldrausch nicht von langer Dauer: Bereits um 1880 herum zog es viele Goldsuchende und Arbeiter in vermeintlich viel versprechendere Regionen weiter. Bis 1890 hatte sich die Einwohnerzahl auf gut 1600 beinahe halbiert, bis 1900 sank sie sogar in den dreistelligen Bereich.

Wann Bodie sein endgültiges Ende nahm, ist schwer festzumachen, doch die Schließung des Postamts im Jahre 1942 dürfte ein guter Hinweis sein. Über die Jahrzehnte hinweg verfielen zahlreiche Gebäude, andere wurden vandaliert oder bewusst abgerissen, bis die verbliebenen Überreste im Jahre 1961 schließlich zum National Historic Landmark erklärt wurden.

Heute existieren noch etwa hundert der einst über zweitausend Gebäude, die überwiegend jedoch sehr schön hergerichtet wurden und sowohl von außen als auch innen äußerst sehenswert sind: Von Hotels über Schule, Kirche, Bank und Saloon sowie diverse Minengebäude bis hin zu einer Tankstelle und einem Friedhof.

Auch die Überreste alter Autos aus den 30er-Jahren finden sich in der Landschaft und geben großartige Fotomotive ab.

Bodie Ghost Town

Eintritt & Öffnungszeiten

Bodie ist das ganze Jahr über für alle Besucher geöffnet, im Winter (Anfang November bis Mitte März) von 9 bis 16 Uhr, im Sommer (Mitte März bis Ende Oktober) von 9 bis 18 Uhr.

Der Eintritt für Erwachsene kostet 8$, Kinder bis 17 Jahre zahlen 5$. Gezahlt werden kann nur bar am Parkeingang. Kreditkarten, Reiseschecks und andere Zahlungsmittel werden nicht akzeptiert.

Souvenirshops und ähnliches gibt es – anders als in Calico – zum Glück nicht, lediglich ein kleines Buchgeschäft findet man in einem Museum.

Achtung: Im Winter, bis in den April oder sogar Mai hinein, kann die Geisterstadt aufgrund von Schneefällen vorübergehend nicht erreichbar sein.

Bodie Ghost Town

Beste Besuchszeit

Um das richtige Flair einer Geisterstadt zu erleben, sollte man, wenn möglich, zu einer Zeit kommen, in der möglichst wenige Besucher über das Gelände streifen.

In der Hauptsaison, also von Mai bis September, stehen die Chancen in der Regel am frühen Vormittag am besten, da in der Mittagszeit doch die ein oder andere Busgruppe in Bodie einfallen kann. Dessen Fläche ist zwar groß genug, dass nie so etwas wie Gedränge entsteht, doch die Ruhe und Abgeschiedenheit ist Teil der Atmosphäre, um die Kulisse wirklich genießen zu können.

Nach einem Besuch der Geisterstadt bietet sich dann entweder die Weiterfahrt über die Tioga Road nach Yosemite an oder aber, wenn man von dort kommt, die Weiterfahrt gen Süden bis Lone Pine und von dort aus weiter ins Death Valley.

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