Bodie: Geisterstadt in Kalifornien

Während das häufig auf dem Weg nach Las Vegas besuchte Calico im Grunde nur ein recht liebloser Touristennepp mit unzähligen Shops ist, gibt es ein paar hundert Kilometer weiter nördlich eine sehr authentische und nicht nur deshalb äußerst sehenswerte Geisterstadt zu bestaunen: Bodie, das sich nicht weit entfernt vom Mono Lake und der Tioga Road zum Yosemite National Park befindet, erinnert viel mehr an ein Freilichtmuseum denn an eine Touristenattraktion – und genau das macht ihren Reiz aus.

Lesen Sie hier, was genau die verlassene Stadt ausmacht und wann Sie sie besuchen können!

Bodie Ghost Town

Geschichte & Sehenswürdigkeiten

Wie so viele Wüstenstädte im Südwesten der USA findet auch Bodie ihren Ursprung im Goldrausch wieder: Im Jahre 1859 entstand hier einst ein erstes Minen-Camp, das in Folge von Goldfunden nach und nach anwuchs, bis dann im Jahre 1876 die Stadt letztlich gegründet wurde. Offizielle Zahlen beziffern die Einwohner im Jahre 1880 auf etwa 2700, aber tatsächlich haben zwischenzeitlich wohl über 5000 Menschen hier gelebt und naturgemäß vorrangig in den Minen geschuftet. Der vorübergehende Wachstum brachte zahlreiche Einrichtungen wie Hotels, eine Bank, mehrere Tageszeitungen und über sechzig (!) Saloons mit sich.

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Doch, und auch das ist typisch für den Südwesten, war der Goldrausch nicht von langer Dauer, bereits um 1880 herum zog es viele Goldsuchende und Arbeiter in vermeintlich viel versprechendere Regionen weiter. Bis 1890 hatte sich die Einwohnerzahl auf gut 1600 beinahe halbiert, bis 1900 sank sie sogar in den dreistelligen Bereich.

Wann Bodie sein endgültiges Ende nahm, ist schwer festzumachen, doch die Schließung der Postamtes im Jahre 1942 dürfte ein guter Hinweis sein. Über die Jahrzehnte hinweg verfielen zahlreiche Gebäude, andere wurden vandaliert oder bewusst abgerissen, bis die verbliebenen Überreste im Jahre 1961 schließlich zum National Historic Landmark erklärt wurden.

Bodie Ghost Town

Heute existieren noch etwa hundert der einst über zweitausend Gebäude, die überwiegend jedoch sehr schön hergerichtet wurden und sowohl von außen als auch innen äußerst sehenswert sind: Von einem Hotel über Schule, Kirche, Bank und Saloon sowie diverse Minengebäude bis hin zu einer Tankstelle und einem Friedhof. Auch die Überreste alter Autos aus den 30er-Jahren finden sich in der Landschaft und geben großartige Fotomotive ab.

Bodie Ghost Town

Eintritt & Öffnungszeiten

Bodie ist das ganze Jahr über für alle Besucher geöffnet, im Winter (Anfang November bis Mitte März) von 9 bis 16 Uhr, im Sommer (Mitte März bis Ende Oktober) von 9 bis 18 Uhr. Der Eintritt für Erwachsene kostet 5$, Kinder bis 17 Jahre zahlen 3$. Gezahlt werden kann nur bar am Parkeingang, Kreditkarten, Reiseschecks und andere Zahlungsmittel werden nicht akzeptiert.

Souvenirshops und ähnliches gibt es – anders als in Calico – zum Glück nicht, lediglich ein kleines Buchgeschäft existiert in einem Museum.

Bodie Ghost Town

Um das richtige Flair einer Geisterstadt zu erleben, sollten Sie, wenn möglich, zu einer Zeit kommen, in der möglichst wenige Besucher über das Gelände streifen. In der Hauptsaison, also von Mai bis September, stehen die Chancen in der Regel am frühen Vormittag am besten, da in der Mittagszeit doch die ein oder andere Busgruppe in Bodie einfallen kann. Dessen Fläche ist zwar groß genug, dass nie so etwas wie Gedränge entsteht, doch die Ruhe und Abgeschiedenheit ist Teil der Atmosphäre, um die Kulisse wirklich genießen zu können.

Bodie Ghost Town

Nach einem Besuch der Geisterstadt bietet sich dann entweder die Weiterfahrt über die Tioga Road nach Yosemite an oder aber, wenn Sie von dort kommen, die Weiterfahrt gen Süden bis Lone Pine und von dort aus weiter ins Death Valley.

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